Mala Kette Bedeutung: 108 Perlen, Farben und Anwendung

Eine Mala Kette ist eine Perlenkette mit 108 Perlen, die seit Jahrhunderten zum Zählen von Mantras und Wiederholungen verwendet wird. "Mala" heißt auf Sanskrit "Girlande". Hinter fast jedem Element steckt eine Bedeutung: hinter der Zahl 108, hinter der größeren Guru-Perle, hinter der Quaste und hinter der Farbe der Steine. In diesem Leitfaden findest du sie alle.

Handgeknüpfte Mala Kette mit 108 Perlen von Moon Dance Charms

Was ist eine Mala Kette?

Eine Mala ist eine Kette aus 108 Zählperlen plus einer größeren Guru-Perle. Sie stammt aus dem alten Indien und wird auch Japa-Mala, Gebetskette oder buddhistische Gebetskette genannt. Es gibt sie auch als halbe Kette mit 54 Perlen und als Armband mit 27 Perlen.

Ihr ursprünglicher Zweck ist praktisch: Du zählst damit, wie oft du ein Mantra oder eine Affirmation wiederholt hast, ohne mitdenken zu müssen. Heute wird eine Mala Kette genauso oft als Schmuckstück getragen, das an eine Absicht erinnert.

Warum 108 Perlen? Die Bedeutung der Zahl

Aufbau einer Mala Kette mit 108 Perlen, Guru-Perle und Quaste

108 gilt in mehreren Traditionen als bedeutsame Zahl, und die Erklärungen dafür sind so zahlreich wie die Traditionen selbst. Die verbreitetsten:

  • Im Buddhismus steht 108 für die Zahl der Begierden, die auf dem Weg zur Erleuchtung überwunden werden sollen. In vielen Tempeln führen 108 Stufen hinauf, und zu Neujahr werden 108 Glockenschläge geläutet.
  • Im Hinduismus entspricht 108 der Zahl der Namen des Schöpfergottes Brahma.
  • Im Ayurveda, dem traditionellen indischen Medizinsystem, werden 108 Punkte im Körper beschrieben.
  • Zerlegt man die Ziffern, steht die 1 für Einheit, die 0 für Leere und die 8 für Unendlichkeit.
  • Neun Planeten multipliziert mit zwölf Tierkreiszeichen ergibt 108.

Keine dieser Erklärungen ist die eine richtige. Sie sind Überlieferung, und genau das macht die Zahl interessant: Sie taucht in Kulturen auf, die weit voneinander entfernt liegen.

Der Aufbau: Guru-Perle, Quaste und Knoten

Die Guru-Perle ist größer als die anderen und markiert Anfang und Ende einer Runde. Du zählst nicht über sie hinweg: Wer eine zweite Runde dreht, kehrt an ihr um und geht in die andere Richtung zurück.

Die Quaste hängt unter der Guru-Perle und schließt die Kette ab. Traditionell steht sie für die Verbindung der einzelnen Fäden zu einem Ganzen.

Die Knoten zwischen den Perlen sind kein Zierrat. Sie geben Abstand, damit der Daumen sicher von Perle zu Perle findet, und sie halten die Kette zusammen, falls der Faden reißt. Malas aus Indien sind meist geknotet, in Tibet, Nepal und China häufig nicht.

Handgeknüpfte Mala Kette mit Guru-Perle und Quaste
Hier findest du diese handgeknüpfte Mala

Woraus Mala Ketten bestehen

Drei Materialgruppen sind traditionell und bis heute üblich.

Samen und Holz. In Indien werden Malas klassisch aus Rudraksha-Samen und Sandelholz gefertigt, in Tibet und Nepal aus Bodhi- und Lotussamen. Sie sind leicht und werden mit den Jahren dunkler.

Edelstein und Naturstein. Rosenquarz, Amethyst, Tigerauge und Jade sind die häufigsten. Hier kommt die Farbbedeutung ins Spiel, um die es weiter unten geht. Verlässliche Beschreibungen der einzelnen Steine führt die International Gem Society.

Die Perlengröße liegt meist zwischen 6 und 10 mm, am häufigsten bei 8 mm. Größere Perlen lassen sich leichter zählen, machen die Kette aber schwerer. Wenn du sie viel tragen möchtest, sind 6 oder 8 mm angenehmer.

Mala Kette Bedeutung nach Farbe

Du kannst deine Mala nach dem Stein aussuchen oder schlicht nach der Farbe. Die folgenden Zuordnungen stammen aus Symbolik und Überlieferung, nicht aus der Medizin, und sind eine schöne Art, deiner Kette eine persönliche Bedeutung zu geben.

Violett

Gilt traditionell als die spirituelle Farbe und wird mit Intuition verbunden.

Amethyst-Mala: traditionell mit Ruhe, Klarheit und Weisheit verbunden. Der meistgewählte Stein für Malas überhaupt.

Blau

Steht traditionell für Frieden, Ruhe und klare Worte.

Amazonit-Mala: traditionell mit Gelassenheit und dem Ausgleich zwischen Fühlen und Sagen verbunden.

Lapislazuli-Mala: traditionell mit Weisheit, Wahrheit und Mut verbunden. Tiefblau mit goldenen Pyriteinschlüssen.

Rosa

Steht traditionell für Liebe, Mitgefühl und Verbundenheit.

Rosenquarz-Mala: der klassische Stein der Liebe, auch der zu sich selbst.

Rhodonit-Mala: traditionell mit Versöhnung und Mitgefühl verbunden. Rosarot mit schwarzen Adern.

Grün

Steht traditionell für Wachstum, Gelegenheiten und Wohlstand.

Jade-Mala: in China seit Jahrtausenden der kostbarste Stein, traditionell ein Glücksbringer.

Achat-Mala: gebändert und in jeder Perle anders, traditionell mit Ausgeglichenheit verbunden.

Schwarz

Steht traditionell für Schutz, Erdung und Stärke.

Schwarzer-Onyx-Mala: traditionell mit Standhaftigkeit verbunden.

Schwarzer-Turmalin-Mala: der klassische Schutzstein, matt und mit feiner Längsstruktur.

Lavastein-Mala: porös und leicht, traditionell mit Erdung verbunden. Weil der Stein saugfähig ist, kannst du einen Tropfen ätherisches Öl auftragen.

Rot

Steht traditionell für Mut, Tatkraft und Beständigkeit.

Roter-Jaspis-Mala: traditionell mit Erdung und Selbstvertrauen verbunden.

Karneol-Mala: warm orangerot, traditionell mit Hingabe und Antrieb verbunden.

Orange

Steht traditionell für Vitalität, Kreativität und Freude, und wird mit Verspieltheit und Unbeschwertheit verbunden.

Bernstein-Mala: kein Stein im engeren Sinn, sondern fossiles Harz, warm und ungewöhnlich leicht. Traditionell mit Lebensfreude verbunden.

Gelb

Steht traditionell für Sonne, Klarheit und Selbstvertrauen, und wird mit Wissen und dem Lernen in Verbindung gebracht.

Citrin-Mala: honiggelb bis warm orange, traditionell der "Stein der Händler" und mit Erfolg verbunden.

Weiß und transparent

Steht traditionell für Reinheit und Frieden.

Howlith-Mala: weiß mit grauen Adern wie Marmor, traditionell mit Ruhe verbunden.

Bergkristall-Mala: durchscheinend und der vielseitigste Stein, weil er zu allem passt.

Braun

Steht traditionell für Stabilität, Verlässlichkeit und Wärme.

Tigerauge-Mala: goldbraun mit seidigem Schimmer, traditionell mit Mut und Fokus verbunden.

Holz-Mala: leicht, warm und unauffällig, die klassische Alltagsmala.

Rudraksha-Mala: aus den Samen des Rudraksha-Baums, die traditionellste aller Malas.

Mala Ketten in verschiedenen Farben und Steinen
Hier findest du unsere Mala Ketten

Wofür eine Mala Kette verwendet wird

Der klassische Gebrauch ist das Zählen: Du wiederholst ein Mantra oder eine Affirmation und schiebst dabei mit dem Daumen Perle für Perle weiter, bis du nach 108 Wiederholungen wieder bei der Guru-Perle ankommst. Den vollständigen Ablauf Schritt für Schritt findest du in unserem Leitfaden zur Mala Kette Anwendung, und eine Auswahl an Mantras mit Bedeutung in unserer Liste der Mala Mantras.

Genauso verbreitet ist der zweite Gebrauch: die Mala einfach zu tragen. Als lange Kette, doppelt gelegt oder mehrfach ums Handgelenk gewickelt. Viele tragen sie unter der Kleidung, dicht am Körper.

Mala Kette mit 108 Perlen, mehrfach ums Handgelenk gewickelt

Woher die Mala kommt

Die Mala entstand im alten Indien und verbreitete sich mit Hinduismus und Buddhismus über Asien. Ähnliche Zählketten gibt es in fast jeder großen Religion, vom Rosenkranz bis zur islamischen Misbaha. Die ganze Geschichte und die Rolle der Mala in den einzelnen Traditionen findest du in unserem Artikel über buddhistische Ketten.

Pflege: so hält deine Mala

Nimm deine Mala vor dem Duschen, Schwimmen und Sport ab. Nässe schwächt den Faden, und Seife und Parfüm greifen Samen- und Holzperlen mit der Zeit an.

Bewahre sie trocken und nicht in direkter Sonne auf, am besten in einem Beutel oder einer Schachtel, damit sich die Quaste nicht verheddert. Zum Reinigen genügt ein weiches Tuch und lauwarmes Wasser, bei Steinperlen bei Bedarf mit etwas milder Seife und einer weichen Bürste. Danach vollständig trocknen lassen.

Reißt der Faden, ist das kein schlechtes Zeichen, sondern Materialermüdung: Eine Mala, die täglich durch die Finger läuft, hält nicht ewig. Sie lässt sich neu knüpfen.

Handgeknüpfte Mala Kette von Moon Dance Charms

Häufige Fragen

Darf ich eine Mala Kette einfach so tragen?

Ja. Malas werden von Menschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund getragen, als Erinnerung an eine Absicht oder schlicht als Schmuck. Wenn du sie mit Respekt vor ihrer Herkunft trägst, ist alles in Ordnung.

Sind Mala Ketten nur für Buddhisten?

Nein. Die Mala stammt aus dem Hinduismus und Buddhismus, aber Zählketten gibt es in fast jeder Tradition, und heute nutzen sie viele Menschen ohne religiösen Bezug für Meditation oder Achtsamkeit.

Warum genau 108?

Es gibt keine einzelne Erklärung, sondern viele überlieferte, die weiter oben in diesem Artikel stehen. Praktisch gesehen ist 108 auch schlicht eine gute Zahl für eine Zählrunde: lang genug, um zur Ruhe zu kommen, kurz genug, um sie täglich zu schaffen.

Was mache ich, wenn meine Mala reißt?

Sammle die Perlen und lass sie neu knüpfen. In der Überlieferung gilt eine gerissene Mala als Zeichen dafür, dass ein Abschnitt zu Ende ist, aber der nüchterne Grund ist meist einfach Abnutzung.

Kann ich eine Mala verschenken oder eine geschenkte tragen?

Ja. Manche empfinden ihre Mala als sehr persönlich und geben sie nicht weiter, aber eine Mala zu verschenken ist eine alte und schöne Geste.

Was kostet eine handgeknüpfte Mala Kette?

Das hängt vom Material ab, von Holz und Samen bis zu Edelstein. Bei uns liegen die meisten zwischen 45 und 90 Euro.

Deine Mala finden

Jede unserer Mala Ketten mit 108 Perlen wird von Hand geknüpft, aus echten Natursteinen, Rudraksha oder Holz, und der Versand nach Deutschland ist kostenlos. Wenn du dir bei der Wahl des Steins unsicher bist, hilft dir unser Leitfaden dazu, welcher Edelstein zu dir passt.

Und wenn du nicht weiterkommst: Schreib uns kurz, wir helfen dir gern bei der Auswahl.

Kundenbewertungen zu den Mala Ketten von Moon Dance Charms